Spuckstrudl..

Ich nehme den Seiteneingang durch den Garten, wie ich es mir notiert habe. Bei Schönwetter wäre er immer irgendwo zwischen Blumenbeeten und Bäumen zu finden. Glocke gibt es keine, an dem dunkelgrünen Holztor, aber einen kleinen Riegel an der Innenseite, den ich ertasten muss. Die Morgensonne wärmt mir den Rücken und über meinem Kopf surrt … Mehr Spuckstrudl..

28 Zentimeter..

Die Klinge ist mindestens 28 Zentimeter lang. Ich werfe schnell noch einen zweiten Blick darauf. Irgendetwas klebt daran. Eingetrocknet. Rötlich. Reste von der Pastete, die auf dem Teller daneben liegt? Sie redet ununterbrochen. „Wissen Sie, wissen Sie, ich brauche ja eigentlich gar nichts. Nein, schauen Sie, mein Tiefkühler ist voll und der Kühlschrank auch. Aber … Mehr 28 Zentimeter..

Duschtag..

Die Fahrtzeiten sind kurz zu halten. Das wird einem schon am ersten Tag klar gemacht. Kann ich diesmal nicht erfüllen. Obwohl Herr Lehmann nur wenige Straßen weiter wohnt, verfahre ich mich in dem Einbahnsystem und brauche schließlich das Navi um hinzufinden. Sieht wenig einladend aus. Die Thujenhecke wuchert offenbar schon seit Jahren über den Zaun, … Mehr Duschtag..

Gemüsemayonnaise..

Frau Erni, über neunzig Jahre alt, und Frau Antonia, Mitte achtzig, nehmen zum Abendessen am Gemeinschaftstisch Platz. Beide Damen sind, bis auf ein kleines Alterspölsterchen rund um ihre Leibesmitte, recht schlank. Die angebotene Gemüsemayonnaise in Aspik mit Gebäck lehnen beide ab. Stattdessen wählen sie die üblichen Alternativen. Frau Antonia: Ich nehme eine Suppe, bitte. Frau Erni: Und ich ein Stück … Mehr Gemüsemayonnaise..

spröde..

Das Holz ist spröde, man sieht ihm an, dass die Sonne an der Südseite gnadenlos sein kann. Spröde, denke ich, das soll sie auch sein. Der Schlüssel kratzt als ich ihn ins Schloss stecke. Am liebsten wäre ich schon wieder auf dem Weg hinaus. Kellergeruch, der sich im schweren Filzvorhang unmittelbar hinter der Tür eingenistet … Mehr spröde..

Seidenpapierhaut..

Das sind meine Großväter. Vielleicht das einzige Bild, auf dem sie gemeinsam zu sehen sind. Damals waren sie noch stark und voller Leben. Später bekamen sie Haut,  dünn wie Seidenpapier. Heute sind sie lange tot. Ich werde hier Geschichten erzählen, von meinen geliebten Großvätern vielleicht, oder meinen Großmüttern. Und von anderen wunderbaren Menschen. Betagten Menschen, gebrechlichen … Mehr Seidenpapierhaut..